Burnout - auf die Sichtweise kommt es an!

Aktualisiert: 25. Jan 2019

Wie kann ein Burnout entstehen? Ich persönlich glaube, dass es zum Teil am Menschen selber liegt. Das meine ich aber nicht im Sinne von „selber Schuld“! Wenn Du Dich jetzt auf diese Weise angesprochen gefühlt hast, bleib bitte trotzdem dran. Ich will Dich weder beschuldigen noch niedermachen. Ich will Dir helfen und die Augen öffnen.


Gern erwischt es die, die -noch- nicht NEIN sagen können. Man fühlt sich unersetzlich, will immer gut „funktionieren“. Man ist bereit, mit der eigenen Energie Raubbau zu betreiben und vergisst oder versäumt, warum auch immer, wieder aufzutanken. Man nimmt das eigene Wohlbefinden einfach nicht wichtig genug. Erwischt? Es ist nie zu spät, die eigene Sicht- und Verhaltensweise zu verändern.


Ein anderer Faktor für Burnout sind die Lebensumstände. Manchmal befindet man sich in einer Situation, die einem vor kommt wie eine Falle: man kommt einfach nicht heraus... sei es, weil die überfordernde Situation durch einen Menschen bedingt ist, den man sehr liebt (oder meint zu brauchen). Sei es, weil die äußeren (Arbeits-)Umstände einfach extrem ungünstig sind... Sei es, weil Deine wichtigsten Werte mit Füssen getreten werden oder weil Du Dich als Opfer fühlst...


Wenn in Deinem Leben etwas unstimmig ist, spürt das Dein Innerstes, Deine Seele ganz genau und sehr früh. Du willst es vielleicht nicht wahr haben. Verschließt die Augen; machst einfach so weiter wie bisher...


Aber wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast! Dieser Auszug aus einem Zitat von Paul Watzlawick ist so was von wahr! Er sagt auch: wenn Du etwas anderes willst, musst Du etwas anderes tun! Und das ist manchmal wirklich schwer; aber zum Glück nicht unmöglich. Das habe ich auch selber bei mir erlebt.


Ich glaube daran, dass die Umstände sich deshalb verschlimmern, DAMIT Du endlich hin siehst!!! Damit Du das Bild gerade rückst (manchmal reicht es nämlich, einfach nur Dein inneres Bild von Dir zu ändern). Wer von uns denkt wirklich wertschätzend und wohlwollend über sich selber? Wer kennt Menschen in seinem Umfeld, die dies tun? Ich glaube, dass diese Menschen, die sich selber wahrhaft lieben und wertschätzen keinen Burnout bekommen können. Weil sie ihre Grenzen kennen und achten. Weil sie auf sich selber gut acht geben und weil sie - aus Liebe zu sich selber - auch niemals zulassen würden, dass andere sie schlecht behandeln!


Kommen wir noch einmal zurück zu den Umständen. Es gibt -vermeintlich- Umstände, denen man nicht entfliehen kann. Aber mal ganz ehrlich? Ist das wirklich so? Ich glaube, in Wirklichkeit ist uns nur die andere Option zu riskant, zu „teuer“ (der „Preis“ ist zu hoch).


Zwei Beispiele:

Was ist besser? Besitz, der einem wie ein Käfig vorkommt (den man gar nicht richtig genießen kann, weil man z.B. den ganzen Tag dafür arbeitet) oder lieber Verzicht auf unnötigen Besitz und unnötigen Konsum und dafür mehr Freiheit?

Was ist wichtiger? Die kräftezehrende Aufrechterhaltung einer sehr unglücklichen Ehe (in der vielleicht auch Kinder da sind) oder eine - im Besten Falle sogar einvernehmliche - Trennung, nach der jeder der Partner die Chance hat, glücklich zu werden. Bevor ihr mich für diese Meinung steinigt: natürlich bin ich der Meinung, dass man in einer Ehe (ob mit oder ohne Kinder) alles tun sollte, dass man eine liebevolle, wertschätzende Partnerschaft leben kann. Das müssen aber beide wollen. Und es bedeutet auch, dass man den Partner nicht dazu mißbrauchen darf, die eigene fehlende Selbstliebe zu kompensieren oder ihn dafür verantwortlich zu machen, dass man sich selber nicht genug achtet. Ich hoffe, Du weißt, wie ich das meine...


Zurück zum Burnout. Leider gibt es kein positiveres Wort für diesen Zustand der völligen Erschöpfung und des Ausgebranntseins. Vielleicht könnte man den Burnout wenigstens positiver sehen, nämlich als „Weckruf“, als Anlass um zur Ruhe zu kommen und als Denkanstoß - er kann Deine Rettung sein! Burnout will Dir helfen - er ist kein Defekt, der „repariert“ werden kann, damit der Betroffene wieder “funktioniert“. Der Burnout darf längst fällige Veränderung und Umdenken anstoßen. Wenn man auf ihn hört und das Beste daraus macht, wartet danach ein schöneres und zufriedeneres Leben auf Dich... Ich durfte diese Erfahrung vor Jahren selbst machen; heute weiß ich für was es gut war. Gerne unterstütze ich Dich dabei, aus Deinem Weckruf das Beste zu machen. Es sind viele kleine Stellschrauben, an denen man drehen darf, bis sich das persönliche Wohlgefühl wieder einstellt. Wir dürfen dabei auch eines Lernen: liebevolle Annahme und Geduld mit uns selber.


Sicherheitshalber weise ich darauf hin, dass im akuten Stadium ärztliche bzw. klinische Hilfe unerlässlich ist. Es kann auch sehr helfen, wenn Du an einen Arzt/Ärztin kommst, der/die sich mit gesunder Ernährung und Nährstoffen auskennt, wo nötig auch mit Nahrungsergänzungsmitteln arbeitet, um einen ausgelaugten Körper wieder zu Kräften zu bringen.


Ich hoffe, ich habe Dich motiviert, Dein eigenes Wohlergehen wichtig zu nehmen und es Dir wert zu sein, Dich gut um Dich und Dein Wohlergehen zu kümmern. Auch wenn Du gerne für andere da bist: zuerst einmal muss es DIR gut gehen! Es ist wie im Flugzeug: da soll man auch erst die Sauerstoffmaske bei sich selber anlegen, bevor man anderen unterstützungsbedürftigen Personen dabei hilft.