Du bist was Du isst

Aktualisiert: 13. Nov 2018


Ein guter erster Schritt: das warme Frühstück

Wie ernährst Du Dich? Gesund?


Viele von Euch werden mit einem stolzen "ja" antworten... Lass mich raten: morgens Müsli mit kaltem Joghurt oder kalter Milch und frischen Früchten, viel Rohkost, Brot, Milchprodukte, Nudeln und abends Salat - und das auch im Winter...?


Mein Herzensthema, das warme Frühstück, habe ich bereits in einem anderen Blog-Beitrag beschrieben. Schau gern nochmal rein.


Wenn Du leicht frierst, eine schwache Verdauung hast und außerdem jede Erkältung aufschnappst, dann kann Dir die richtige Ernährungsform mehr Wohlbefinden verschaffen.

Die Ernährung nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zeigt, dass Nahrungsmittel bestimmte Auswirkungen auf Deinen Körper haben. Wusstest Du, dass es Nahrungsmittel gibt, die Dir mehr innerliche Wärme und Verdauungsfeuer schenken? Wusstest Du, dass es Nahrungsmittel gibt, die Dir im Winter helfen, Erkältungen abzuwehren? Mir persönlich hilft Ingwer immer sehr, wenn ich erkältet bin. Ich reibe ihn in eine Tasse und gieße mit heißem Wasser auf. Der Ingwertee wird so zwar richtig scharf, aber er wärmt mich so gut und ich stelle mir beim Trinken dann immer vor, dass alle schädlichen Viren gleich abgetötet sind. Du kannst ihn aber auch in Deine Gerichte reiben oder eine halbe Stunde vor dem Essen ein Stück Ingwer kauen. Auch Zimt oder Vanillepulver wärmen schön (ich nehme immer in Bio-Qualität, wegen der Spritzmittel-Belastung).


Warme Gemüsesuppen sind auch eine schöne Möglichkeit, sich innerlich zu wärmen. Pikante Kürbissuppe zum Beispiel tut mir persönlich sehr gut.


Wenn ich Husten habe (mein kleiner Sohn hat jetzt seine erste Herbstsaison im Kindergarten und da haben wir gerade einige gesundheitliche Herausforderungen zu meistern), dann gibts öfter eine pürierte Suppe mit weißem Rettich (ja, tatsächlich! Den kann man auch anders zubereiten, als den gesalzenen "Radi", den man vom Sommer kennt). Probiert es mal. Den Rettich mit etwas Kartoffeln kochen, etwas Kümmel und Currypulver dazu, Bio-Brühe, Pflanzensahne, Salz Pfeffer. Wenn ich Husten oder Schnupfen habe, meide ich Milchprodukte, weil die verschleimen - deshalb keine normale Sahne.


Wenn Du innere Hitze in Dir trägst, werden Dir die oben genannten Gerichte und Gewürze nicht so zusagen - das spürst Du auch selber, wenn Du genau in Deinen Körper hinein horchst. Wenn Du ein gesundes Körpergefühl hast, dann sagt Dir Dein Körper durch gesunde "Gelüste" ohnehin, was er gerade braucht.


Auch den Zusammenhang zwischen Stress und den körperlichen Auswirkungen auf die Verdauung darfst Du Dir einmal bewusst machen: im Stresszustand wird nämlich die Verdauungstätigkeit zurückgefahren! Konkret heisst das: wenn Du im gestressten Zustand Essen zu Dir nimmst, das auch noch schwer verdaulich ist, dann mutest Du Deinem Körper viel zu! Vielleicht sogar so viel, dass er überlastet ist und mit dem Essen nicht wirklich etwas anfangen kann. Du kannst Dich - auch wenn Du einen stressigen Job oder ein stressiges Leben hast - aber immer bewusst entscheiden, ob Deine Essenspause auch noch stressig sein soll. Nahrungssuche in der Stadt ohne Plan oder ein wohltuendes Mittagessen, das Du Dir mitgenommen hast? Essen mit Menschen, die oft negativ drauf sind oder lieber allein draußen auf einer Parkbank? In angenehmer Athmosphäre mit lieben Menschen oder schnell schnell aus der Brotzeittüte? An einem schön gedeckten Tisch (warum nicht auch am Werktag das schöne Geschirr benutzen?) oder am Esstisch wo sich daneben noch die Rechnungen stapeln, die Du gerade aus dem Briefkasten gefischt hast? Willst Du lieber mit Deinem Kind die ganze Zeit streiten (weil es nicht so "sauber" isst, dass man es mit in ein Sternerestaurant nehmen kann oder eine lustige, gelöste Stimmung am Tisch haben? Ich will Dir mit diesen zum Teil überspitzt formulierten Aufzählungen bewusst machen, wie wichtig die Wohlfühlathmosphäre am Tisch ist. Bitte kein ABER... Es ist tatsächlich IMMER DEINE ENTSCHEIDUNG. Was meinst Du, wie sehr sich Dein Körper freut, wenn er in entspannter Situation seine Nahrung bekommt? ;-)


Ich persönlich liebe auch die Vorbereitung eines Essens sehr. Es gibt bei uns (Kinder im Haus!) natürlich auch viele Standard-Gerichte, die schnell gehen. Aber ich plane auch ganz gerne einmal etwas Außergewöhnliches oder versuche mit den Resten, die noch da sind kreativ zu kochen. Das Schnippeln des Gemüses sehe ich als Meditation. Aus der Essenzubereitung kann man auch ein Ereignis für die ganze Familie machen. Wie wäre es, wenn sich jeder reihum einmal ein Gericht wünschen darf? Wie wäre es, wenn Dir jemand in der Küche hilft? Dabei kann man doch gern schon mal ein bisschen was vom Schneidebrett naschen... Wie wäre es, wenn jemand anderes währenddessen den Tisch liebevoll deckt? Ich habe festgestellt, dass sich Kinder von Freude und Begeisterung für Essen anstecken lassen, wenn man sie einbindet und ihnen gleichzeitig nicht haarklein alles vorschreibt. Natürlich - es dauert dann alles etwas länger und der Tisch ist dann vielleicht sehr anders... ähh... kreativ gedeckt... andererseits: ist das am Wochenende wirklich soooo schlimm?


Ernährung hat einfach ganz viel mit Intuition, Deinem persönlichen Bauchgefühl, zu tun. Der Körper reagiert immer mit Signalen. Vor und beim Essen und auch später bei der Verdauung. Sie sind manchmal laut und manchmal auch sehr leise... und man muss sie verstehen WOLLEN. Eine wohltuende Ernährungsweise hat viel mit Beobachten, Achtsamkeit und Genuss zu tun. Und es lässt sich zum Glück trainieren und lernen.